In der 62. Blognacht gibt uns Anna Koschinski den Impuls „Nicht schon wieder“. Und so spontan kommt mir auch ausnahmsweise sofort ein Thema in den Sinn, über das ich schreiben kann. Denn das beschäftigt mich zurzeit ganz extrem. Wie du vielleicht weißt, wenn du schon länger in meiner Welt bist, habe ich einen sehr hartnäckigen Glaubenssatz, der mein komplettes Handeln und Denken beeinflusst. Dieser Satz lautet „Ich bin nicht gut genug.“

Woher er kommt?

Dazu gehen wir gaaaanz weit zurück, nämlich zu meiner Geburt, ja, du liest richtig. Es war einmal ein Zwillingskind und das wollte zu früh auf die Welt. Und weil es damals noch nicht üblich war, sich so um Frühchen zu kümmern, wie es heute der Fall ist, wurden meine Schwester und ich in einen Brutkasten gesteckt.

Ich war sogar eine Woche länger allein im Krankenhaus. Bestimmt hat man sich da gut um mich gekümmert, aber eben nur so, wie es zum derzeitigen Stand der Fall war. Kein vermehrter Körperkontakt oder Ähnliches. Sicher gab es Füttern nach Zeitplan und nicht nach meinen Bedürfnissen. So entstand letztendlich das Bedürfnis, gesehen und gehört zu werden. In meiner Kindheit wurde das Ganze dann noch weiter verstärkt, zum Denken, ich muss ganz viel tun, um gesehen und gehört zu werden.

90 % meiner Handlungen und Denkweisen werden von diesem Glaubenssatz geprägt. Ich glaubte lange, dass ich immer mehr tun muss, um endlich diesem Glaubenssatz gerecht zu werden. Jeder Person die Wünsche erfüllen, mehr arbeiten, mehr präsent sein, mehr bloggen, mehr posten…

Zum Glück habe ich es zumindest in der Selbstständigkeit geschafft, dem Burn-out zu entgehen.

Und jetzt?

Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich mich frage, wozu ich das überhaupt noch machen will. Mit meinem eigenen Handeln stelle ich meinen eigenen Wert hinten an. Ich teile mir also ständig unbewusst mit, dass ich als Person nie ausreichen werde.

Natürlich weiß ich, dass ich diesen Weg bis hierhin so gehen musste, um an diesem Punkt anzukommen. Welchen Punkt habe ich erreicht? Den, von dem ich davon überzeugt bin (oder zumindest sein möchte), dass mein pures SEIN ausreicht, meine Wünsche und Ziele zu erfüllen.

Das bedeutet zukünftig, dass ich nicht schon wieder in den Höher-schneller-weiter Modus verfalle. Nicht schon wieder noch mehr leisten werde. Nicht schon wieder versuchen, meinen Wert zu beweisen. Nicht schon wieder mich selbst überholen, nur damit dieses innere Echo endlich Ruhe gibt.

Ich beende das jetzt. Ich lege dieses Muster ab. Ich steige aus dem Karussell aus und lasse mich zum ersten Mal nicht schwindelig machen. Mein Sein darf reichen.

Ob ich das schaffen werde? Keine Ahnung. In meinem Newsletter und hier auf dem Blog begleitest du mich dabei.

Nicht schon wieder