Die Blogparade von Antonia trifft einen wunden Punkt. Ratschläge für die Tonne kann wohl jede Mutter aus dem Stand ein paar aufzählen, und als Selbstständige erst recht. Ich trenne das bei mir gar nicht erst. Deshalb gibt es hier eine gemeinsame Liste, Kinderkram und Business in einem Rutsch. Es ist eher ein Rundumschlag geworden. 😅
Inhaltsverzeichnis
Mamadasein
Ich weiß nicht, woran das liegt, dass du, sobald du Mutter wirst, Ratschläge bekommst, die dich fragen lassen, ob die anderen Personen, entweder nicht mehr wissen, wie es war, Kinder zu haben, oder plötzlich kinderlos alles besser wissen. Natürlich hätte ich mich sehr gefreut, wenn ich sinnvolle Tipps bekommen hätte, die mir hätten helfen können. Die sind aber ausgeblieben. Es gab die Klassiker wie: Lass das Kind schreien, das stärkt die Lungen. Wer diesen Satz erfunden hat, wüsste ich zu gern wissen. Oder: Der muss nur oft genug in seinem Bett schlafen, dann gewöhnt der sich dran. Routinen und Struktur können je nach Kind hilfreich sein, keine Frage. Gewöhnen tun sich meine Kinder aber an gar nichts, außer an das, was sie selbst wollen. 😏
- Hör auf zu tragen, das verwöhnt ihn nur
- Das Brüllen beim Autofahren hört auf, wenn er öfter mitfährt
- Zieh ihm doch Wegwerfwindeln an, dann stört ihn die Nässe nicht und er pinkelt ohne Brüllen.
- Er ist den Kinderwagen nicht gewöhnt, darum brüllt er so, das muss er nur üben
- Gib ihm was Gescheites zu essen, dann hört er auf mit Stillen.
- du hast ihn nie weggegeben, darum heult er bei allen immer. Das hast du nicht richtig gemacht.
- Wenn er lange genug nichts zu essen bekommt, dann isst er das, was du gekocht hast
- Mit zwei kann er doch noch gar nicht wissen, was er anziehen will, das darf er da noch nicht entscheiden
- Bring ihn öfter zu den Schwiegereltern, dann kannst du entspannen (siehe die Punkte oben 😉)
- Wenn du oft genug seine Bedürfnisse erfüllst, dann wird er aufhören, so zu brüllen
- Bekomm noch ein Kind, dann beschäftigen sie sich miteinander und du hast weniger Stress
….
Business
Wenn man sich selbstständig macht, sucht man natürlich nach Möglichkeiten, um besser, schneller und effektiver an sein Ziel zu kommen. So auch ich, aber was ich da für Tipps bekommen habe, war für mich zum Teil schon hart an der Grenze des Machbaren.
- Poste regelmäßig zu einem Thema in möglichst vielen Content-Arten und verteile das dann auch noch auf so vielen Social-Media-Kanälen wie irgend möglich. Echt jetzt? Ich hatte schon zwei Burnouts, das reicht mir wirklich.
- Poste so oft, dass du dich fühlst, als würdest du daran kaputtgehen. 😳 Ja, wirklich, sowas geben Menschen als Tipps.
- Launche regelmäßig, sonst bekommst du keine Kunden. Auch das kenne ich, mehrfach ausprobiert.
- Schreib täglich mindestens 50 Leute an, um neue Kunden zu bekommen. Auch das habe ich mir angeschaut.
- Biete deine Leistungen umsonst oder für quasi so gut wie nichts an um den Leuten zu zeigen, dass du das kannst, was du tust.
- Du brauchst ’nen richtigen Funnel, sonst klappt gar nix
- Nur mit einem Miniprodukt kannst du ein passives Einkommen generieren (was auch immer das heißen mag).
- du brauchst ein Logo, sonst bist du nicht professionell genug
- Nur wenn du Zertifikate vorweisen kannst, wirst du Kunden bekommen
- Wenn du deine Zielgruppe nicht mit „Sie“ ansprichst, wirkt das nicht professionell genug.
- du musst, Reels, Karussells, PDFs … (setzen, was irgendein Contentguru empfiehlt) machen, sonst wirst du nie erfolgreich
Selbstmanagement oder so
- du darfst erst eine Sache anfangen, wenn du die andere beendet hast.
- Nur mit Pomodorotechnik, die mit 25 Minuten Arbeiten und 5 Minuten Pause funktioniert, bist du produktiv
- Wenn du deine Aufgaben nicht in die Eisenhower-Matrix einteilen kannst, wirst du deine Aufgaben nie richtig priorisieren können.
- Dein Schreibtisch muss komplett leer sein, sonst kannst du nicht arbeiten
- du musst Aufgaben der Reihe nach abarbeiten, sonst wirst du nicht rechtzeitig fertig
- Nur wenn du was geleistet hast !? dann darfst du Pause machen
Warum ich lieber meine Energie schütze
Es ist nicht so, dass ich diese Ratschläge nie versucht hätte. Manche sogar mehrfach, einfach um zu schauen, ob sie nicht doch etwas für mich sein könnten. Bei den Kindern natürlich ausgenommen, die haben einfach ihren eigenen Kopf, und das ist auch gut so. Aber bei den meisten habe ich gemerkt: Meine Energie ist mir einfach zu wichtig. Was bringt es mir, viermal im Jahr ein Launch-Event zu stemmen, für das ich mir den Popo aufreiße, wenn am Ende weder Energie für mich noch für meine Kundinnen noch für meine Familie übrig ist? Das zählt für mich mehr als immer höher, schneller, weiter. Klar, es könnte vermutlich schneller gehen. Nur zu welchem Preis?
Darum
Ratschläge für die Tonne haben eine Gemeinsamkeit: Sie versprechen den schnellsten Weg, ohne zu fragen, ob der auch zu dir passt. Bei mir passt er meistens nicht, und das ist völlig in Ordnung. Wenn du auch gerade dabei bist, fremde Ratschläge auszusortieren, und dir dabei ein bisschen Begleitung wünschst: In meinem Newsletter bekommst du regelmäßig Impulse zu mehr Gelassenheit und ehrliche Einblicke, wie gut oder eben nicht so gut ich mit den Ratschlägen umgehen kann.

Hallo du,
Das ist ein Rundumschlag auf meine Augen, weil die beim Lesen nicht mehr auf hören wollen sich genervt nach oben zu rollen 🤣. Eine Sammlung ganz toller Klassiker hast du da – für alle Bereiche. Mich erstaunt es ja, dass die wirklich immer noch so gegeben werden… LG Antonia