Kennst du das? Das nächste Kapitel deines Romans müsste dringend geplottet werden oder die neue DIY-Kollektion wartet auf den Zuschnitt. Aber statt anzufangen, sortierst du plötzlich zum dritten Mal deine Stoffreste nach Farben oder recherchierst stundenlang über mittelalterliche Buchbindetechniken.
Das nennt sich Prokrastination. Doch bevor du dich jetzt schlecht fühlst: Dein Chaos ist kein Zeichen von Faulheit, sondern oft ein Schutzmechanismus deines kreativen Kopfes. In diesem Beitrag schauen wir uns an, warum wir gerade bei Herzensprojekten so oft aufschieben und wie du mit Resilienz statt mit Druck wieder in den Flow kommst.
Inhaltsverzeichnis
Was Aufschieberitis ist überhaupt?
In der Fachwelt nennen wir es Prokrastination. Aber für uns Kreative ist es oft etwas anderes: Es ist der Perfektionismus, der uns lähmt, oder ein Nervensystem, das bei der Größe unserer Träume auf „Sicherheitsmodus“ schaltet. Wir fangen gar nicht erst an, weil wir Angst haben, dass das Ergebnis nicht so genial wird wie die Idee in unserem Kopf.
Woran erkennst du Prokrastination?
Es gibt ein paar Anzeichen, die dich erkennen lassen, ob du gerade aufschiebst. Du lässt wichtige Aufgaben unerledigt und vernachlässigst Aufgaben mit hoher Wichtigkeit für weniger wichtige Dinge. Du kümmerst dich in der Zeit um andere Menschen. Du wartest auf den richtigen Zeitpunkt, die richtige Stimmung oder den richtigen Umstand. Deine Zeit verbringst du mehr mit weniger wichtigen Aktivitäten. Du vertraust dir selbst nicht mehr und gibst zu leicht auf, sobald es schwerer wird.
Wann Prokrastination zum Problem wird
Wichtig zu wissen ist, dass jeder mal Dinge, die er nicht gerne tut, aufschiebt. Das ist völlig normal und je nach Ausmaß auch kein Problem. Jeder von uns will Unlust vermeiden, einer der Hauptgründe, warum wir Dinge aufschieben. Hier findest du heraus, ob es schon zu einem Problem geworden ist. Wenn du wissen willst, ob die Aufschieberei schon zu viel ist, dann lies weiter.
- Du fühlst dich unwohl aufgrund des Aufschiebens, das Aufschieben führt bei dir zu Ärger, Stress, Angst, Unruhe, Anspannung, Unzufriedenheit
- Du hast Schlafstörungen, Magenprobleme, Muskelverspannungen
- Du willst das ändern, schaffst es aber allein nicht
- Du kannst Arbeit und Freizeit nicht mehr trennen und dadurch deine Freizeit nicht genießen
- Du schiebst ständig Bürokratenkram auf, was zu finanziellen Problemen führt.
Typische Aufschiebefallen in vier Phasen
In den vier Phasen, die eine Aufgabe mit sich bringt, gibt es mehrere Hindernisse.
Ein paar davon habe ich dir hier aufgeführt
Phase 1: Die Verlockung der neuen Idee. (Andere Aufgaben erscheinen attraktiver – plötzlich ist das Fensterputzen spannender als die Steuererklärung fürs Business.)
Phase 2: Das Planungs-Labyrinth. (Du planst so detailliert jedes Kapitel oder jeden Arbeitsschritt, dass du am Ende gar keine Energie mehr fürs eigentliche Machen hast.)
Phase 3: Der rote Faden reißt. (Kleine Unterbrechungen führen dazu, dass du den Einstieg in dein Manuskript oder dein Projekt nicht mehr findest.)
Phase 4: Das ‚Nicht-gut-genug‘-Monster. (Der Perfektionismus schlägt zu. Das Ergebnis soll so makellos sein, dass du es lieber gar nicht erst fertigstellst.)
Eveningness: Abends produktiver? Warum das oft nicht funktioniert
Für Aufschieber gibt es leider oft die Option, die Dinge, die tagsüber aufgeschoben wurden, in den Abend zu verlegen. Nun ist das nicht immer hilfreich, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass du tagsüber wirklich nicht dazugekommen bist. Wenn du dir immer wieder sagen kannst, dass kann ich ja auch heute Abend noch erledigen und jetzt mache ich lieber etwas anderes bringt es leider wenig. Denn am Abend fallen dir entweder wieder bessere Dinge ein, die du tun möchtest, oder du bist zu müde. Am nächsten Tag hast du entweder schon zu viel zu tun oder du hast es vergessen.
5 Strategien gegen Prokrastination
Strategie 1: Radikale Selbstvergebung (Re-Parenting)
Der wichtigste Schritt ist, den Teufelskreis aus Schuldgefühlen zu durchbrechen. Wenn du dich für das Aufschieben (der Schreibzeit oder des Projekts) beschimpfst, schaltet dein Nervensystem auf Stress.Die Umsetzung: Verzeih dir die vergangene Aufschieberitis aktiv. Sag dir: „Es war eine Schutzreaktion, und heute entscheide ich mich neu“.
Strategie 2: Den eigenen Rhythmus finden (Zeit-Resilienz)
Statt starrer 9-to-5-Pläne ermittelst du dein produktivstes Zeitfenster. Die Umsetzung: Plane Aufgaben mit hoher Priorität (wie das Plotten oder Designen) in deine Hochphasen. Nutze unproduktive Zeiten für „Bürokratenkram“ oder Materialpflege.
Strategie 3: Gedanken-Reframing (Wahlfreiheit)
Wörter wie „müssen“ erzeugen sofort inneren Widerstand und Demotivation. Die Umsetzung: Formuliere deine Gedanken um. Sag nicht „Ich muss das Kapitel schreiben“, sondern „Ich entscheide mich heute dafür“ oder „Ich werde“. Das gibt dir das Gefühl von Kontrolle zurück.
Strategie 4: Sanfte Fokus-Anker (Ablenkungs-Management)
Für kreative Chaotinnen ist die Hürde oft der Anfang. Die Umsetzung: Beseitige digitale Ablenkungen (Handy-Benachrichtigungen aus!). Wenn eine Aufgabe zu schwer wirkt, starte mit einer angenehmen kleinen Tätigkeit, um mit einem guten Gefühl in den Flow zu kommen.
Strategie 5: Verbindlichkeit durch Gemeinschaft (Co-Working)
Alleine am Schreibtisch oder im Atelier ist die Versuchung groß, auszuweichen. Die Umsetzung: Lass dich von einer anderen Person in die Pflicht nehmen oder buche eine Begleitung. Wenn jemand weiß, dass du heute an deinem Ziel arbeitest, sinkt die Wahrscheinlichkeit für „Ausreden“.
Warum Resilienz dein stärkster Verbündeter ist
Als Organisationsmentorin für Autorinnen und DIY-Gründerinnen weiß ich: Struktur allein hilft nicht, wenn das Gefühl blockiert. Resilienz bedeutet hier, deine ungewollten Gefühle (Angst vor Ablehnung, Überforderung) anzunehmen. Es geht darum, dein Umfeld so zu managen, dass dein kreativer Kopf sich sicher genug fühlt, um loszulegen.
Bist du bereit, dein Projekt endlich zu Ende zu bringen? Wenn du spürst, dass du allein nicht aus der Aufschiebefalle kommst, lass uns gemeinsam schauen, wie wir deinen ganz persönlichen Flow-Rahmen bauen.
Du möchtest nichts mehr aufschieben? Dann buche dir ein Klarheitsgespräch mit mir und wir schauen, welches Angebot zu dir passt.

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